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12/06

Expansion: Checkstone erweitert Bürofläche um das Dreifache

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11/06

7. Leipziger Mystery Shopping Tag

Checkstone veranstaltete den Leipziger Mystery Shopping Tag diesmal im Herzen der Leipziger Innenstadt direkt gegenüber der Nikolaikirche. Die ausgesuchten Themen der Veranstaltung und (mehr...)

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10/06

Geschäftsführer Lars Richter im Interview zur Studie 2006.

Hier geht´s zum Interview.

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09/06

Ausgewählte Ergebnisse der Studie zum Akquiseverhalten bei gesetzlichen Krankenkassen 2006. (mehr...)

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09/06

Studie zum Akquiseverhalten in gesetzlichen Krankenkassen 2006.

Eine Studie des Leipziger Marktforschungsunternehmens Checkstone stellt den gesetzlichen Krankenkassen schlechte Noten beim Bemühen um Neukunden aus.

Arbeitnehmer, die ihre gesetzliche Krankenkasse wechseln wollen, könnten bei der Suche nach einer neuen Kasse folgendes erleben. Interessent: „Wie sieht es mit den Leistungen Ihrer Krankenkasse aus? Welche Unterschiede gibt es zu anderen Kassen?“ Mitarbeiterin der Krankenkasse: „Ach wissen Sie, da gibt es kaum Unterschiede. Der Gesetzgeber hat schließlich 95 Prozent der Leistungen vorgeschrieben.“ Jeder vierte Mitarbeiter der gesetzlichen Krankenkassen reagiert in dieser Weise auf die Anfrage wechselwilliger Kassenmitglieder. Statt Argumente für einen Kassenwechsel zu nennen, ist das Gegenteil der Fall. „Ob mit dieser ‚Beratungsstrategie’ neue Mitglieder gewonnen werden?“, fragen die Marktforscher der Leipziger Checkstone GmbH suggestiv in ihrer gerade präsentierten Studie. In dieser nehmen sie das Akquiseverhalten und die Beratungsqualität der gesetzlichen Krankenkassen unter die Lupe.

Erinnern wir uns. Seit 1996 Jahren steht den Arbeitnehmern in Deutschland die Wahl Ihrer Krankenkasse frei. Seitdem wird die Luft für die gesetzlichen Krankenversicherer dünner. Gab es 1991 noch mehr als 1200 gesetzliche Krankenkassen, so ist deren Zahl bis Anfang 2006 auf rund 250 gesunken. Mittelfristig wird damit gerechnet, dass nicht mehr als 50 bis 100 gesetzliche Krankenkassen den Konzentrationsprozess überleben. Für die Kassen ist es geradezu überlebenswichtig, sich um neue Mitglieder zu bemühen. Diese versprechen nicht nur zusätzliche Einnahmen. Sie sind auch gute Argumente bei vorhersehbaren Zusammenschlüssen. Krankenkassen, die sich um die Gewinnung von Neukunden bemühen, zeigen, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben. In einer Branche, die sich bis vor 10 Jahren ganz auf die Verwaltung von Mitgliedern konzentrieren konnte, ist das nicht selbstverständlich.

Das aktive Bemühen um neue Mitglieder verlangt von den Mitarbeitern einen Mentalitätswechsel hin zu einem stärkeren Akquiseverhalten. Zu untersuchen, wie weit dieser Mentalitätswechsel bereits gelungen ist, war eines der Hauptanliegen der Leipziger Marktforscher. Erstmals haben sie für eine Untersuchung zu diesem Thema als Methode Mystery Research verwendet. Dabei handelt es sich um verdeckte Testberatungen. (siehe Kasten) Mitarbeiter von Checkstone haben bei den gesetzlichen Krankenkassen angerufen und sich über die Konditionen der Mitgliedschaft sowie über die Modalitäten beim Kassenwechsel beraten lassen. Dabei agierten sie wie ganz normale Kunden, die den Wechsel ihrer Krankenkasse beabsichtigen. Zusätzlich verschickten die Marktforscher Anfragen per e-Mail.

Ein pflichtversicherter Arbeitnehmer meldet sich bei einer Krankenkasse. Er beabsichtigt seine Kasse zu wechseln, will sich aber zuvor über die Konditionen des potenziellen neuen Versicherers erkundigen. So sieht eine ideale Situation aus, um ein neues Mitglied zu gewinnen. Es fragt sich nur, was der Mitarbeiter daraus macht. „Überraschend wenig“, konstatiert Lars Richter, einer der beiden Geschäftsführer von Checkstone. So hätte sich nicht einmal jeder zweite Mitarbeiter in besonderer Weise um den Interessenten bemüht. Auch ein Dank für den Anruf kommt nur jedem dritten Mitarbeiter über die Lippen. Beträchtliche Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Kassenverbänden. Während sich die Mitarbeiter der Allgemeinen Ortskrankenkassen nur sehr selten für die Anfragen bedankten, geschah das bei den Ersatzkassen (hierzu zählen Barmer, DAK, GEK, HMK, hkk, HEK, HZK, KKH, KEH und Techniker Krankenkasse) immerhin bei zwei von drei Kontakten.

Angesprochen auf die Unterschiede ihrer Kasse gegenüber den Wettbewerbern, bemüht ein Viertel der Mitarbeiter zunächst den Gesetzgeber. Dieser habe 95 Prozent der Leistungen festgelegt, so dass sich diese zwischen den Kassen kaum unterscheiden würden. Weshalb, so fragt sich der potenzielle Neukunde an dieser Stelle, soll ich dann meine Kasse wechseln? Dieser Widerspruch muss auch vielen Mitarbeitern aufgefallen sein. Schließlich nennt jeder fünfte Mitarbeiter einen günstigen Beitragssatz, weitere 20 Prozent verweisen auf einen guten Service und immerhin 8 von 10 Beratern nennen verschiedene Zusatzleistungen, darunter Bonusprogramme, Präventionskurse oder Akupunkturbehandlungen. Die zögerliche Nennung von Unterschieden spiegelt sich auch in der Überzeugungskraft der Argumente wider. In weniger als jedem zweiten Kontakt konnten diese die Tester überzeugen. Am besten schneiden hier die AOK-Mitarbeiter ab. Diese verweisen häufig auf einen besonders guten Service und vermeiden den Rückzug auf gesetzliche Vorschriften.

Ein ungeschriebenes Gesetz lautet, lasse keine Kontakte mit Interessenten verstreichen, ohne Folgekontakte vorzubereiten Am elegantesten geschieht das, indem Informationsmaterial angeboten wird. Der Mitarbeiter ermittelt auf unaufdringliche Weise die Anschrift des Interessenten und hat einen Anknüpfungspunkt für Nachkontakte.
Am spendabelsten gehen die Betriebskrankenkassen mit Informationsmaterial um. Bei 8 von 10 Anfragen werden Interessenten mit Broschüren versorgt. Lars Richter zeigt sich darüber wenig verwundert. „Bei den 145 getesteten Betriebskrankenkassen sind die wenigsten bereits bundesweit persönlich vertreten und deshalb auf den Versand von Informationsmaterial angewiesen.“ Überraschend sei hingegen, dass die Ersatzkassen in zwei von drei Kontakten Informationsmaterial zurück halten. Denkbar wäre hier, dass die Mitarbeiter der Ersatzkassen Folgekontakte direkt angesprochen haben. Tatsächlich war das bei einigen Kontakten der Fall. Dann seien stattdessen telefonische Rückrufe angeboten worden oder die persönliche Beratung in Filialen.
Besonderen Wert auf Folgekontakte legen indes die Allgemeinen Ortskrankenkassen. Kaum eine Beratung verstreicht, ohne dass ein oder mehrere Nachkontakte offeriert werden. Hier zeigt die Schulung der AOK-Mitarbeiter offenbar Wirkung. „Mitarbeiter die Folgekontakte anbieten, zeigen dem Interessenten ihr ernsthaftes Bemühen“, verweist Richter auf einen weiteren positiven Effekt. So korreliere die subjektive Beurteilung aus Kundensicht positiv mit der Häufigkeit angebotener Folgekontakte.

Neben dem Akquiseverhalten interessierte die Marktforscher von Checkstone auch die Beratungsqualität der Mitarbeiter. Diese beinhaltet Merkmale, die unabhängig vom konkreten Anlass sind, wie die fachliche Qualität der Beratung, das Auftreten der Mitarbeiter und ihr Gesprächsverhalten. Überzeugend wurde die Frage nach der Höhe des allgemeinen Beitragssatzes beantwortet. Nur eine Mitarbeiterin der 190 getesteten Kassen konnte hierauf keine Antwort geben. Fachliche Lücken tun sich allerdings auf, wenn die Fragen konkreter werden. Ein Beispiel: Die Tester erkundigten sich nach dem praktischen Vorgehen beim Kassenwechsel. Zwar nannten 8 von 10 Mitarbeitern die vorgegebene Kündigungsfrist von zwei Monaten. Die nicht unwesentliche Information, dass dem Kassenwechsel eine 18-monatige Bindefrist bei der alten Kasse vorausgegangen sein muss, erhalten Interessenten aber nur in jeder dritten Beratung.

„Fragt man Kunden am Ende einer Beratung nach ihrem Gesamteindruck, spielt die fachliche Qualität aber eher eine geringe Rolle. Einen viel bleibenderen Eindruck hinterlässt das Auftreten der Mitarbeiter“, so Marktforscher Richter. Zu diesem Ergebnis sei man schon bei früheren Projekten für Krankenkassen gekommen. Gefragt wurde deshalb, wie freundlich die Mitarbeiter auftraten und wie professionell die Anfrage bearbeitet wurde.
Bei 8 von 10 Beratungen bezeichnen die Tester die Mitarbeiter als freundlich oder sehr freundlich. Das vergleichsweise gute Ergebnis wird noch von den Beratern der Ortskrankenkassen getoppt, die bei 16 von 17 Beratungen in Sachen Freundlichkeit überzeugten. Die Chance als Interessent auf einen unfreundlichen Berater zu treffen, ist mit rund 6 Prozent relativ gering. Die schlechtesten Noten erhalten hier die Mitarbeiter der Ersatzkassen. Ebenso wenig überzeugen die Ersatzkassen bei der Professionalität der Beratung. Hier war jede dritte Beratung mangelhaft. Spitzenreiter sind die Betriebskrankenkassen. 62 Prozent der Beratungen bezeichneten die Tester als professionell oder sehr professionell.

Als „unrühmliches Kapitel“ bezeichnet Lars Richter das Gesprächsverhalten der Mitarbeiter. Gerade wenn es darum geht, Interessenten als Mitglied zu gewinnen, sollten Berater ihrem Gegenüber besondere Aufmerksamkeit entgegen bringen. Eine Möglichkeit besteht darin, den Interessenten mit seinem Namen anzusprechen. Die Tester waren deshalb dazu angehalten, am Anfang des Telefonats laut und vernehmlich ihren Namen zu nennen. Den Ball fing aber nur jeder vierte Berater auf. Drei Viertel der Mitarbeiter zogen die unpersönliche Gesprächshaltung vor. Ähnlich passiv agieren die Berater, wenn es darum geht, über die konkreten Fragen hinaus Informationen zur eigenen Kasse zu geben. Ganze 16 Prozent nutzen diese Chance.

Noch etwas größere Abstriche als bei der Telefonberatung müssen Interessenten machen, wenn sie sich mit ihrem Anliegen per e-Mail an Krankenkassen wenden. So kann es durchaus passieren, dass ihre Anfrage ignoriert wird (7 Prozent der Fälle) oder Fragen überwiegend unbeantwortet bleiben (in 26 Prozent der Kontakte). Bei drei von vier e-Mail-Beratungen wird die Zusendung von Informationen per Post angeboten. Nicht unerwartet ist das Ergebnis, dass mit zunehmendem Umfang eines Themas die Neigung abnimmt, dieses zu bearbeiten. Dazu Lars Richter: „Hinweise auf die Leistungen der Krankenkassen fehlen in mehr als der Hälfte der e-Mail-Kontakte.“ Das Argument des großen Arbeitsaufwandes für die Mitarbeiter lässt er nicht gelten. „Im e-Mail-Verkehr wird ohnehin viel mit Textversatzstücken gearbeitet. Zu den wichtigsten Leistungen der Kassen sollten diese vorhanden sein. Außerdem kann auch in Dateianhängen über Leistungen informiert werden. Tatsächlich macht das nur jede dritte Kasse.“
Deutlich besser fällt das Urteil bei der Bearbeitungsdauer und beim Einhalten formaler Kriterien aus. Wenn e-Mail-Anfragen beantwortet werden, dann geschieht das in drei Vierteln der Fälle innerhalb von 24 Stunden. Ebenso oft verfügen die e-Mails über persönliche Signaturen der Bearbeiter. Die Hälfte der e-Mails ist orthografisch fehlerfrei. Jeder vierte e-Mail-Bearbeiter leistet sich mehr als einen Schreibfehler.

Das Benchmark der vier Kassenverbände zeigt, dass die Allgemeinen Ortskrankenkassen am besten für Anfragen von Interessenten gerüstet sind. Sie erfüllen die Anforderungen zu rund 61 Prozent. Auf den Plätzen folgen die Ersatzkrankenkassen (56 Prozent), die Betriebskrankenkassen (54 Prozent) und die Innungskrankenkassen (52 Prozent).

Ziel der Studie sei es, ein Bild der gesamten Branche zu zeichnen. Um belastbare Ergebnisse für einzelne Kassen zu präsentieren, seien weitere Tests erforderlich. Als Einzelfälle seien die Ergebnisse dennoch interessant. So habe man sich entschlossen, in der Studie ein Ranking der 20 besten Krankenkassen vorzunehmen. Nur so viel verrät er: Unter den ersten zehn rangieren mit einer Ausnahme ausschließlich Betriebskrankenkassen.

Insgesamt erfüllt die Telefonberatung rund 56 Prozent der Qualitätsanforderungen, beim e-Mail-Kontakt sind es rund 53 Prozent. „Es gibt noch viel Luft nach oben“, kommentiert Richter das Gesamtergebnis. Vor dem Hintergrund des starken Wettbewerbs unter den Krankenkassen sei vor allem das schwache Akquiseverhalten enttäuschend. Als Ursache sehe er zwei Dinge. Einerseits könne die mangelhafte Identifikation von Mitarbeitern dazu führen, dass die Qualitäten der eigenen Krankenkasse nicht überzeugend kommuniziert werden können. Zu vermuten sei aber auch, dass die Notwendigkeit, sich durch aktives Bemühen um neue Mitglieder gegenüber den Wettbewerbern zu behaupten, von vielen Kundenberatern noch nicht erkannt wird. Der Mentalitätswechsel habe offenbar noch nicht stattgefunden.


Die Studie kann zum Preis von netto 1.400,00 Euro bestellt werden

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